E-Bike-Trends 2018: Warum E-Mountainbikes immer beliebter werden

E-Mountainbike: ein Trend nimmt weiter Fahrt auf

E-Mountainbike Rocky Mountain Altitude Powerplay Carbon
Foto: E-MOUNTAINBIKE

E-Mountainbike, E-Mountainbike, E-Mountainbike. Handelt es sich eigentlich um einen Trend, wenn er jedes Jahr aufs Neue thematisiert wird? Ja! Denn die Dynamik im Bereich der E-Bikes fürs Gelände ist weiter extrem hoch. Warum aber erfreuen sich die E-Mountainbikes so großer Beliebtheit? Eine Analyse und alle Neuheiten.

Der E-Mountainbike-Trend hält an. Kaum eine Mountainbike-Marke hat noch kein E-MTB im Katalog. Und in freier Wildbahn ist der Trend zum Mountainbike mit E-Antrieb längst angekommen. Wir blicken auf die Trends der Saison 2018.

E-Mountainbikes haben im Gesamtmarkt der E-Bikes zwar immer noch eine eher kleinen Anteil (2016: 15 Prozent), wer auf der Eurobike-Messe 2017 sich die Neuheiten für das kommende Jahr 2018 anschaut, bekommt einen ganz anderen Eindruck.

E-Mountainbikes dominieren die Stände der Hersteller. Breite Reifen, schicke Rahmen, neue E-Technologien - in die Entwicklung der E-Bikes fürs Gelände fließen viel Ressourcen.

Warum sind E-Mountainbikes so beliebt?

Ganz klar: Sie sind cool. Die Räder sehen verdammt gut aus, haben das Zeug zum Statussymbol. Auch bei eingefleischten Mountainbikern weicht die Skepsis, die noch im vergangenen hier und da stärker ausgeprägt war, auf. Warum? E-Mountainbikes machen unglaublich viel Spaß. Das müssen auch die meisten traditionellen Bio-Biker zugeben, nachdem sie die erste Runde auf einem E-Mountainbike gedreht haben.

Fakt ist: E-Mountainbikes sind keine Konkurrenz für das herkömmliche Mountainbiken. Es ist eine Erweiterung. Das begreifen mittlerweile viele Hersteller und Mountainbiker so - das E-MTB ist in der Szene voll angekommen. Und es trifft auf immer mehr Akzeptanz. Cool! Wir freuen uns auf die Saison 2018!

E-Mountainbike im Trend: Das kommt 2018

Foto: George Millner
Die Highlights für 2018: Unter anderem das Focus Sam².

Vom simplen Hardtail zur fetten Enduro-Maschine, vom 15-Kilo-Leicht-Bike zum exotischen E-Fatty – auch bei den E-Mountainbikes gibt es immer mehr Kategorien. Wir zeigen dir die wichtigsten für 2018:

Dauerte es beim klassischen MTB viele Jahre, bis sich erste Unterkategorien bildeten, ist die Ausdifferenzierung am E-MTB schon jetzt weit fortgeschritten. Das hat den Vorteil, dass sich der E-Biker in spe zunächst einer Kategorie zuordnen kann, die seinem Fahrstil, Einsatzbereich und Budget am nächsten kommt – um dann nach dem perfekten Modell zu fahnden. Der Nachteil: Alleine schon beim Anblick der vielen Spezies dürfe mancher Kaufinteressierte verzweifeln.

Dabei ist es erst mal einfach: Je mehr Federweg, desto abfahrtslastiger ist ein Bike. Wer es im Downhill krachen lassen will, sollte zu einem AllMountain (140–150 mm Federweg) oder Enduro (160–180 mm) greifen. Der Malus im Uphill ist dabei bei einem E-Mountainbike weniger groß: Der Motor schiebt ja mit. Spricht also alles für viel Federweg? Nein. Denn mehr Hub bedeutet auch flacherer Lenkwinkel, mehr Radstand und mehr Gewicht – das Bike wird unhandlicher. Speziell Einsteiger, aber auch Umsteiger vom Analog-MTB sind dann mit ihrem Pracht-Enduro überfordert, und Fahrspaß sowie -sicherheit leiden gar unter dem Plus an Federweg.

Zehn besonders spannende E-Mountainbikes 2018

Eine kleine aber feine Auswahl an neuen E-Mountainbikes für die Saison 2018 haben wir in unserer Top 10 zusammen gestellt.

Updates für die E-Antriebe von Shimano, Brose und Bosch

Foto: Bosch
E-MTB steht nur klein im Bosch-Display, größer ist das veränderte Verhalten des Bosch-Motors nach dem Update.

Shimano, Bosch, Brose – die großen E-MTB-Motorenhersteller gehen mit Updates ins neue Jahr. Klingt unspektakulär, hievt das E-Mountainbiken aber auf ein ganz neues, ein gefühlvolleres Level!

Newton, Watt, Ampere – die Anfangszeit der E-MTB-Antriebe war geprägt von reiner Leistungsschau. Klar, Kraftentfaltung und Akku-Laufzeit sind wichtig, inzwischen sehen Biker und Industrie aber, dass eine harmonische Unterstützung wichtiger ist als das letzte Quäntchen Drehmoment. Schließlich geht es beim Biken im Gelände ja ums Gefühl, oder? Der Shimano-Steps-E8000-Motor begeisterte von Anfang an mit seinem „intelligenten“ Trail-Modus, der via ausgefeilter Sensorik nur so viel Motor-Power zur Verfügung stellt wie gerade benötigt. Vielen war der Sprung zum viel kräftigeren Boost-Modus aber zu groß. Per Update lassen sich die Modi nun individuell programmieren. Ganz bequem per Computer oder Handy.

Beim Bosch Performance CX war fehlende Kraft nie ein Problem, wohl manchmal die richtige Dosis. Auch hier scha?t ein Software-Update Abhilfe. Im neuen eMTB-Modus wertet der Bosch-Antrieb nun – ähnlich Shimano – diverse Parameter wie Trittfrequenz oder Pedaldruck aus und unterstützt den E-Mountainbiker dann dynamisch mit 120–300 Prozent von dessen Eigenleistung.

Der flüsterleise Brose-Motor gefiel schon immer mit seinem sanften Anfahrverhalten, Kritik setzte es an der „zu spitzen“ Leistungsentfaltung. Die neue Brose Drive S/T-Version besitzt nun ein breiteres Drehzahlband, bringt die Kraft also harmonischer auf den Trail.

Verbesserte Geometrien 2018

Foto: MOUNTAINBIKE
Im Vergleich: Die Geometrie eines E-MTBs 2014 und die des aktuellen Specialized Turbo Kenevo.

Endlich: Die neuen E-MTBs machen nicht nur bergauf Spaß! Speziell die verbesserten Geometrien sorgen für ein fast „analoges“ Handling. „Das erste E-MTB, auf dem ich saß, war echt ein Kackstuhl“, erinnert sich unser Redaktionsleiter André Schmidt wenig charmant. Ein Rückblick zeigt, warum: Zu Beginn waren die Hersteller darauf fixiert, irgendwie Motor und Akku in den Rahmen zu quetschen. Eine dazu passende Geometrie oder Kinematik? Nebensache ... Heute hat die Industrie die Antriebsintegration nahezu perfekt im Gri? und wendet sich den für echte Biker wichtigeren Dingen zu: Tretposition, Bergab-Handling, Federungs-Performance. Kurz: Fahrspaß.

Die neuen, kompakteren Motoren erlauben es den Ingenieuren, die Geometrien an die nichtmotorisierten MTBs anzugleichen. Unser Beispiel zeigt eines der ersten E-Enduros von 2014 (rot) und das brandneue 180-mm-Fully Specialized Turbo Kenevo (blau), je in Größe M. Obwohl das Kenevo nicht extrem geschnitten ist, sind die Unterschiede frappierend. So hat das Kenevo einen erheblich längeren Reach und mehr Radstand, jedoch kürzere Kettenstreben und einen viel tieferen Schwerpunkt.

E-Mountainbike-Zubehör

Foto: Ergon
Nur eines von vielen neuen E-MTB-Teilen, die es jetzt gibt: Der Ergon-Rucksack mit Akku-Fach.

Das hohe Gesamtgewicht sorgt für stärkere Beanspruchung, immer mehr Parts sind dafür optimiert. Vorbei sind die Zeiten, in denen die E-MTB-Hersteller einfach „normale“ Bike-Parts ans Stromrad schraubten. Inzwischen werden vor allem Federgabeln und Bremsen speziell fürs E-MTB gebaut. Mit der Sram EX 1 gibt es zudem eine spezielle E-MTB-Schaltung, mit 1 x 8 Gängen, die gerade mit dem starken Bosch-Antrieb super harmoniert. Laufradbauer DT Swiss bringt nun seine Hybrid-Serie, die etwa mit Stahlfreilauf, verstärkten Speichenaufnahmen sowie größerem Lagergehäuse auf das hohe Gesamtgewicht der E-MTBs hin optimiert wurde.

Aber auch beim Zubehör gibt es 2018 „spannende“ Dinge zu entdecken: So besitzt der Protektorrucksack Evoc FR Trail E-Ride ein spezielles Fach, um einen Ersatz-Akku sicher und wackelfrei mit auf die Tour zu nehmen.

E-MTB 2018: Mehr Trails und Rennen

Foto: Bosch
Wie hier am Geißkopf in Bischofsmais gibt es 2018 immer mehr Strecken speziell für E-MTBs.

Uphill-Flow-Trails sind gebaute Strecken, die typische Bikepark-Elemente wie Holzanlieger à la Northshore, aber auch knifige Wurzelpassagen oder extreme Steilstücke enthalten. Das Ziel: die komplette Strecke ohne Absteigen/Fußabsetzen zu bewältigen – bergauf, das Abfahren ist verboten. Der erste Trail dieser Art entstand 2017 im Bikepark Geiß­kopf in Bischofsmais (Bayern), gebaut von Shaper-Urgestein Diddie Schneider. Ebenfalls noch brandneu: der Uphill im Trailcenter Hohe-Wand-Wiese in Wien. Weitere fordernde Bergauf-Trails sollen folgen, etwa in der Heimat unseres Testivals, in Brixen (Südtirol). Zudem sitzen fast alle europäischen Bikeparks bereits am Reißbrett.

Rennformate für E-Biker, bringt das denn was? Klar: mehr Spannung, mehr Spaß und mehr Zusammenhalt! Hier drei Beispiele:

Enduro One: Die beliebte, weil familiäre und lizenzfreie Rennserie macht 2018 gleich sechsmal Station: in Winterberg, Roßbach, Wildschönau, Wipperfürth, Ochsenkopf und Aschau. Wie im Vorjahr können sich wagemutige E-Enduristen in einer eigenen Wertungsklasse messen. www.enduro-one.com

German EMTB Masters: Vier Rennen vereint diese Serie mit E-MTB-Gesamtwertung. Dabei handelt es sich um vier der schönsten Marathons Deutschlands (Münsingen, Bad Wildbad, Neustadt a.d. Weinstraße und Trochtelfingen), die aber natürlich auch alle einzeln gefahren werden können. www.german-emtb-masters.de

Salzkammergut E-MTB-Trophy: Im Rahmen des legendären Marathons gibt es am 14. Juli ein spezielles E-MTB-Rennen über 32,5 km und 1180 Hm. Gezeitet und gewertet werden dabei vier Abschnitte: zwei steile Anstiege sowie zwei anspruchsvolle Trails. Es kommt also auch aufs Geschick an. www.salzkammergut-trophy.at