Test: Shimano Steps E6100 - Antrieb für Trekking- und City-E-Bikes

Shimano Steps E6100 Antrieb Test
Foto: Shimano / Michael Romacker

Shimano bringt mit dem Steps E6100 einen neuen Antrieb für Trekking- und City-E-Bikes. Den neuen Motor hat Shimano gegenüber dem Vorgängermodell E6000 vor allem in Sachen Ergonomie und Effizienz verbessert. Ebenfalls neu: die 5-Gang-Nabenschaltung Nexus Inter-5E. Wir haben den neuen Antrieb und die Schaltung bereits getestet.

Shimano Steps E6100: Die Fakten

Der neue Shimano Steps E6100-Antrieb kommt mit 250 Watt Nennleistung und einer Spitzenleistung, die laut Shimano bei 500 Watt liegt. In Sachen Drehmoment soll der Motor, je nach Hersteller-Setting, bis zu 60 Newtonmeter liefern – und damit um 20% mehr als das Vorgängermodell E6000. Seine Kraft entfaltet der neue Shimano Steps E6100 dabei in Abhängigkeit vom Pedalierverhalten des Fahrers.

Der neue E6100-Antrieb besitzt, Shimano-typisch, drei Unterstützungsmodi: Eco, Normal und High. Die Charakteristika dieser Modi lassen sich über Shimanos E-Tube-Software in zwei Betriebsarten einstellen. So ist einmal eine sehr komfortable bzw. eine sportlichere Einstellung wählbar.

Die Antriebseinheit soll 2,8 Kilogramm auf die Waage bringen und damit 210 Gramm leichter sein als das Vorgängermodell. Seine Power erhält der neue Shimano Steps E6100-Antrieb von einer Auswahl an externen und internen Akkus mit wahlweise 504 oder 418 Wattstunden.

Das Design des neuen E6100-Antriebs ist an Shimanos E-MTB-Motor E8000-Motor angelehnt. So hat der E6100 die gleichen Aufnahmepunkte wie der E8000, was für eine steife Verbindung zwischen Anrieb und Rahmen und damit für eine effiziente Kraftübertragung sorgen soll.

Beim Überschreiten der 25 km/h-Grenze soll der Motor sanft ausklingen und bei höheren Geschwindigkeiten einen nur minimalen Widerstand bieten. Letzteres gilt laut Shimano auch für die Fahrt mit ausgeschaltetem Motor. Der neue Steps E6100 soll so auf eine 20% höhere Antriebseffizienz und eine 20% höhere Reichweite kommen. Außerdem soll der Motor deutlich leiser sein als der Vorgänger.

Shimano Steps E6100: Trekking- und City-Variante

Der Shimano Steps E6100-Antrieb ist in zwei Versionen erhältlich – eine für Trekking- und eine für City-E-Bikes. Die City-Version bringt unter anderem einen vollintegrierten Kettenschutz mit.

Für beide Varianten stehen unterschiedliche Kurbeloptionen zur Verfügung, darunter 170-mm-Kurbelarme für optimierte Bodenfreiheit und wahlweise 38- oder 44-Zähne-Kettenblätter, die auch mit Gates-Riemenantrieben kompatibel sind. Ein enger Abstand der Kubelarme soll für ein natürliches Fahrgefühl sorgen, ähnlich dem auf einem herkömmlichen Fahrrad.

Als Schaltsysteme kommen entweder Getriebenaben oder Schaltwerke zum Einsatz, jeweils wahlweise in mechanischer oder elektronischer Di2-Ausführung.

Verschiedene Display-Optionen für Shimano Steps E6100

Zur Anzeige der wichtigen Systeminformationen stehen dem E-Biker bei Shimanos neuem Steps E6100-Antrieb grundsätzlich vier Möglichkeiten zur Verfügung.

Die erste Wahl ist sicherlich das Standard Shimano-Steps-Display. Es ist, wie beim E8000 und beim Di2-Antrieb, mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet, sodass mithilfe der E-Tube-App von Shimano per Smartphone oder Tablet direkt Firmware-Updates durchgeführt oder gewisse Systemeinstellungen wie Schalterbelegungen individuell angepasst werden können.

Alternativ können auch kompatible Fahrradcomputer von Drittanbietern oder das eigene Smartphone im Zusammenspiel mit der neuen E-Tube-Ride-App und der Wireless-Transmitter-Einheit EW-EN100 als Systemdisplay genutzt werden.

Mit dem Smartphone und der E-Tube-Ride-App lassen sich nicht nur alle wesentlichen Informationen zum System anzeigen, beispielsweise Geschwindigkeit, Trittfrequenz, verbleibende Akkukapazität, Unterstützungsmodus oder gewählter Gang, sondern die Anzeige lässt sich auch für die individuellen Vorlieben konfigurieren.

Darüber hinaus können Hinweis- oder Warnmeldungen des Shimano-Steps-Systems auf kompatiblen Displays von Drittanbietern ebenso angezeigt werden wie auf dem Smartphone – bei letzterem gar mit direkter Verlinkung zu einer Web-Adresse, unter der weitere Informationen oder Hilfe zu der entsprechenden Meldung abrufbar sind.

Wer wirklich auf jedes Gramm achtet oder ein besonders cleanes, puristisches Cockpit bevorzugt, kann auch gänzlich auf ein Anzeigedisplay verzichten und erhält dennoch Basisinformationen zum gewählten Unterstützungsmodus und der Akkureichweite über die LEDs der kabellosen Transmitter-Einheit EW-EN100.

Der neue Shimano Steps E6100-Antrieb ist laut Hersteller ab Herbst 2018 verfügbar.

Shimano Steps E6100 im Test

Foto: Shimano / Michael Romacker
Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz testet den Shimano Steps E6100

Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz ist den neuen Shimano Steps E6100 bereits gefahren. Ihm gefiel vor allem die harmonische Unterstützung des Motors. "Er setzt beim Treten ohne Verzögerung ein, arbeitet sehr gleichmäßig und hört sofort auf zu unterstützen, sobald man mit dem Pedalieren stoppt - wie es sein soll", so unser Kollege.

Dabei unterstützt der Steps E6100 angenehm leise, auch bei kräftigem Treten und in Bergauf-Passagen ist er nicht übermäßig laut. Die Kraft, die der Antrieb bei der Testfahrt lieferte, war beim eingestellten Setup optimal für den Einsatz in der City geeignet. Auch kleinere Anstiege waren mit dem neuen Shimano-Antrieb kein Problem. Bei ausgeschaltetem Motor und bei Geschwindigkeiten über 25 km/h ließ sich der Antrieb ebenfalls gut fahren. „Fast wie auf einem Fahrrad ohne Motor“, freute sich Kollege Schwarz.

Auf dem Standard-Display des Shimano Steps werden alle wichtigen Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe und der Akkuladestand übersichtlich in Schwarz-Weiß-Optik dargestellt. Zusätzlich hat der Fahrer die Möglichkeit, sich weitere Infos wie beispielsweise die Restreichweite des Akkus oder die Gesamtkilometer anzeigen zu lassen.

Noch mehr Möglichkeiten hat der Biker, wenn er statt des Standard-Displays die Ride-App von Shimano auf seinem Smartphone installiert und dieses als Display für den E6100 benutzt. Hier kann er individuell wählen, welche Info als zentrales, großes Element in seinem Display erscheint und welche weiteren Daten zusätzlich dargestellt werden. Außerdem erhält er über die Ride App zum Beispiel die Info, wie stark sein aktueller Kraftaufwand ist und wieviel Unterstützung der Motor dazu gibt.

Einziger Kritikpunkt bei der ersten Testfahrt mit dem Steps E6100 waren die Tasten zur Wahl der Unterstützungsstufe. „Sie könnten ein wenig bisschen sein, damit man nicht die falsche Taste drückt“, fand unser Kollege am Ende der Testfahrt durch Berlin.

Video: Shimano Steps E6100

Foto: Elektrobike / Holger Schwarz

Shimano Nexus Inter-5E: Die Fakten

Speziell für E-Bikes bringt Shimano die neue Nabenschaltung Nexus Inter-5E. Sie ist auf die höheren Kräfte des neuen Steps E6100-Antriebs mit Drehmomenten bis 60 Newtonmeter ausgelegt.

Im Gegensatz zu den bestehenden Nexus- und Alfine-Nabenschaltungen besitzt die neue Nexus Inter-5E lediglich fünf Gänge. Sie bietet laut Shimano eine Entfaltung von 263% und verzichtet dabei auf Gänge im untersetzten Bereich, die dank der Motorunterstützung ohnehin selten genutzt werden.

Die Shimano Nexus Inter-5E ist als V-Brake-, Rollenbremsen-, Scheibenbremsen- oder Rücktrittbremsen-Version erhältlich. Sie kommt sowohl in einer mechanischen als auch in einer elektronischen Di2-Ausführung.

In der Di2-Variante ermöglicht die Nexus Inter-5E eine vollautomatische Schaltfunktion. Dabei wählt das System in Abhängigkeit von bestimmten Daten wie der Trittfrequenz automatisch einen adäquaten Gang und schaltet beim Anhalten automatisch in einen fürs Wiederanfahren geeigneten Gang.

Shimano Nexus Inter-5E im Test

Foto: Holger Schwarz
5-Gang-Getriebenabe Shimano Nexus Inter-5E

Die neue Shimano Nexus Inter-5E konnte Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz ebenfalls testen. Unser Kollege fuhr die Nabenschaltung in der elektronischen Di2-Version und war angetan von der Schaltung. „Die elektronische Nexux Inter-5E ist die optimale Schaltung für die Stadt. Im Automatikmodus kann sich der Fahrer einfach aufs Rad setzen und losfahren. Das Schalten in den richtigen Gang übernimmt die Nexus Inter-5E ganz von allein“, freute sich Schwarz über die Einfachheit der Bedienung.

An roten Ampeln und Stopp-Schildern schaltet die Nexus Inter-5E automatisch in den zuvor ausgewählten Anfahrgang. „Einfacher geht’s wirklich nicht“, so unser Kollege. Besonderer Clou: Schaltet der Fahrer zwischendurch vom Automatik- in den manuellen Modus, dann merkt sich die Nexus Inter-5E die Zeitpunkte des manuellen Schaltens und richtet ihre Schaltvorgänge nach dem anschließenden Umstellen zurück in den Automatikmodus danach aus.

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